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Was die Seele essen will – ein Buch von Julia Ross

Das Buch „Was die Seele essen will“ (im englischen Original „The mood cure“) von Julia Ross enthält viel Wissen, wie man alleine mit einer Änderung in der Ernährung mit Fokus auf Eiweißen und somit einer Steigerung der relevanten Aminosäuren, diverse mentalen Herausforderungen wie Depression oder Burn-out in den Griff bekommt.

Was hat’s damit auf sich?

Das Buch handelt von den vier typischsten Stimmungs-Ungleichgewichten und davon, wie man mit der richtigen Ernährung und zu Beginn eventuell auch mit den richtigen Nahrungsergänzungsmitteln hier schnell und wirkungsvoll eingreifen kann.

Da es darum geht, insgesamt glücklicher und leistungsfähiger zu sein, passt dies wunderbar zum Konzept des Glücksgehirn-Blogs und darf daher nicht als Buch Empfehlung in diesem Blog fehlen.

Inhalt

Das Buch ist in 4 große Schritte gegliedert und gibt einem beim Lesen und Durcharbeiten somit einen gewissen Rahmen:

  1. Stimmung bestimmen
  2. Was hilft bei welcher Stimmung?
  3. Welche Nährstoffe brauche ich alle?
  4. Weitere spezielle Maßnahmen

Schritt 1 – Stimmungs-Typ

Zu Beginn wird auf die Biochemie und wie eigentlich Stimmungen und Emotionen in unseren Gehirnen behandelt werden eingegangen. Direkt hier in den ersten Seiten wird dem Leser klar, dass vermeintlich einfach zu akzeptierende Gefühle und Stimmungsschwankungen heruntergebrachten nichts anderes als biochemische Reaktionen im Körper sind und diese sehr wohl steuerbar sind.

In diesem ersten Kapitel werden dann auch über die Beantwortung von Fragen für sich selbst ein oder mehrere Stimmungs-Typen festgelegt, die auf einen zutreffen.

Es gibt im Buch insgesamt vier Stimmungs-Typen und natürlich etliche Mischformen aus diesen vier Typen, da auf eine Person durchaus auch zeitgleich mehrere Stimmungs-Typen zutreffen können.

Die offene und wahrheitsgemäße Beantwortung der Fragen ermöglicht es dem Leser, dann gezielt an den eigenen Nährstoff-Defiziten (gemäß Stimmungs-Typ-Ergebnis) zu arbeiten, und andere Themen ggf. vorab erst mal zu überspringen.

Überspringen empfiehlt sich auch gerade für die Themenbereiche, die einen nicht wirklich betreffen, da es ein wirklich sehr umfangreiches Werk ist, das auf unzählige Spezial-Varianten (auch z.B. in Verbindung mit Hormon-Problemen oder Schwermetall-Belastungen) eingeht und hierfür Informationen bereit stellt.

Die vier Stimmungs-Typen können wir folgt beschreiben werden:

  • Depression & Hyperaktivität
  • Niedergeschlagenheit & Antriebsschwäche
  • Stress & Anpassung
  • (Hoch-)Sensibilität & Schmerzen

Schritt 2 – Informationen zu allen Stimmung-Typen

Im zweiten Teil des Buches gibt es in insgesamt vier Kapiteln nun sehr detaillierte Informationen zu jedem Stimmungstyp und welche Neurotransmitter genau für die jeweilige Stimmungslage zuständig ist, sowie auch wie sich ein Mangel an diesen Neurotransmittern auf den ganzen Körper auswirkt.

In diesem Kapitel hat man so einige „Aha“ Momente, in welchen man sich eindeutig wiedererkannt und endlich eine gewisse Nachsicht mit sich und seinen Empfindungen (auch auch mit dem Verhalten von nahestehenden Personen) erfährt. Diese Informationen sind also nicht nur für den Eigennutz sehr heilsam, sondern erlauben auch betroffenen Personen besser zu verstehen, warum beispielsweise eine depressive Verstimmung die ein oder andere Reaktion oder Handlungsweise bei Betroffenen hervor ruft.

Ich für mich habe mich in einigen der Stimmungs-Typ-Beschreibungen sehr eindeutig wieder gefunden und kann jetzt viel besser verstehen, warum ich mich in der Vergangenheit in einer gewissen Weise verhalten habe.

Ohne jetzt auf die Detail-Inhalte der einzelnen Kapitel einzugehen werden je Stimmungs-Typ auch die wichtigsten betroffenen Neurotransmitter oder Nährstoffe beschrieben und deren Aufgaben im Körper erläutert. Um ein paar Begriffe hier den einzelnen Stimmungs-Typen zuordnen zu können, anbei eine Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Alleingültigkeit:

  • Depression & Hyperaktivität: Serotonin Mangel (Tryptophan, 5-HTP, SAM-e, Johanniskraut, Vitamin B6, Melatonin)
  • Niedergeschlagenheit & Antriebsschwäche: Katecholamin-Armut (Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin) und Schilddrüsen-Thema (L-Tyrosin, L-Phenylalanin, GABA, Vitamin B6, etc.)
  • Stress & Anpassung: Nebenniere-Schwäche und hoher Cortisol-Spiegel (GABA, Progesteron, Glutamin, Chrom, Turin, Glycin, Vitamin B2)
  • (Hoch-)Sensibilität & Schmerzen: Endorphin-Mangel (DL-PA, D-PA, essentielle Aminosäuren, 5-HTP) – zu in diesem Kapitel empfohlene Maßnahmen und wie gut sie bei mir geholfen haben habe ich übrigens vor einiger Zeit mal einen Blogeintrag geschrieben. Zu diesem geht es hier: Weniger Schmerzempfindlich durch Aminosäuren

Dieser zweite Teil des Buches ist mit über 100 Seiten wirklich sehr detailliert und aufschlussreich und hält für jeden Stimmungstyp sehr vielschichtige Informationen bereit.

Schritt 3 – Maßnahmen planen

Um für die jeweiligen Probleme (oftmals eben sehr individuelle Kombinationen aus den einzelnen Stimmungs-Typen und hiervon eben auch durchaus unterschiedliche Ausprägung-Stufen oder Kombinationen mit weiteren Themenbereichen) dann gezielt Maßnahmen in Form von den unbedingt kurzfristig benötigten Nährstoffen (um bestehende Defizite möglichst rasch decken zu können) für sich individuell planen und zusammen stellen zu können, gibt es im dritten Teil des Buches nun einen Ausflug in die Ernährungs-Praktiken und wie sich unsere Ernährung gezielt auf unseren Stimmungen auswirken kann.

Dieser dritte Teil stellt nicht nur ein Plädoyer für gesunde Ernährung dar, sondern beschreibt auch warum eben die lieb gewonnenen Ernährungsgewohnheiten (z.B. viel Zucker) sich direkt auf unseren Hirnstoff-Wechsel und somit auf unsere Stimmungslage auswirken.

Hier gab es auch für mich den ein oder anderen Aha-Effekt: ich kann weiterhin den Süßkram in mich hinein stopfen – darf mich dann aber nicht wundern, wenn ich mich immer wieder mit den gleichen Problemen konfrontiert sehe.

Während das Thema mit dem Zucker mir eigentlich hinreichend bekannt war (dass es nicht gerade gesund ist, sollte ja wohl jedem klar sein – hat mich aber trotzdem nicht davon abgehalten, es in mich reinzustopfen) war für mich die Problematik einen Eiweiß-armen Ernährung und deren negative Auswirkung auf die Stimmung und das Schmerz-Verhalten dann doch neu.

Nachdem auf ca. 30 Seiten alles negative der Ernährung beschrieben wird, auf das man zukünftig eher verzichten soll, wird in den folgenden 50 Seiten mit viel Infos zu gesunder Ernährung und auch einiger Rezepte dem Leser detailliert erklärt, wie er sich in Zukunft besser ernähren kann, und so seine Stimmungslage verbessern kann.

Auf geht’s: iss dich glücklich! 🙂

Danach wird noch ein detaillierter Plan zur Anreicherung mit Nahrungsergänzungsmitteln (meisten Aminosäuren, die einem fehlen bzw. Vitamine und Vitalstoffen, die vom Körper jetzt vermehrt benötigt werden) vorgestellt, aus dem man sich gemäß der eigenen Symptome dann bedienen kann, um den ganz eigenen Plan für sich zu erstellen.

Schritt 4 – spezielle Maßnahmen

Im vierten Teil geht es dann nochmals bzgl. Informationsgehalt ans Eingemachte: hier werden noch weitere, eventuell hilfreiche Maßnahmen und auch begleitende Therapieansätze beschrieben. Es gibt hier dann einen fließenden Übergang in den Anhang, der nochmals diverse Informationen bereit hält, wie man die beschriebenen Stimmungs-Probleme noch in Kombination von evtl. vorliegender Aufputschmittel- oder Alkohol-Sucht angehen könnte. Diese Maßnahmen werden zwar beschrieben, aber immer mit dem Hinweis, sich unbedingt in professionelle Hände hierfür zu begeben. Dies ebenso auch für die Kombinationen mit Hormon-Behandlungen oder sonstigen häufig mit Stimmungs-Themen auftretende Erkrankungen (Schilddrüse, Nebenniere, etc.).

Für mich war das Buch auch ohne die Informationen aus dem letzten Teil wirklich sehr wertvoll und überraschend umfangreich – die zusätzlichen Informationen waren für mich vor allem zu Beginn der Arbeit mit den Informationen aus dem Buch erst mal zu viel und eigentlich gar nicht benötigt.

Fazit

Ein geniales Buch, das vollgepackt ist mit Detailwissen und Hintergrund Informationen. Ziemlich angenehm als Auflockerung habe ich die zahlreichen Praxisbeispiele von echten Fällen aus der Praxis der Autorin empfunden. Ich konnte mich so richtig in die einzelnen Personen hinein versetzen und war überrascht, wie einfach manchmal doch die Lösung zu sein scheint und wie schnell ein entsprechendes Thema zufriedenstellend gelöst werden konnte.

Als einzigen Nachteil sehe ich die Problematik, dass eine Umstellung auf eine Eiweiss-reiche Ernährung (wie sie im Buch beschrieben und auch empfohlen wird) für viele auch erst mal negative Auswirkungen mit sich bringen wird. Ich für mich habe zu Beginn das vermehrte Eiweiss nicht gut vertragen (Pickel am Nacken/Rücken, die zuvor nicht da gewesen waren und träge Verdauung). Ich habe für mich in weiteren, zahlreichen eigenen Recherchen zum Glück eine super Lösung hierfür gefunden, wie ich genug Aminosäuren bekommen kann, und trotzdem nicht diese Probleme habe.

Dazu an anderer Stelle einmal mehr. (Ich plane einen separaten Blogartikel über die Dinge, die bei einer eiweißreichen Ernährung unbedingt zu beachten sind).

Grundsätzlich konnte ich durch eine Eiweiß-betonte Ernährung auch die Dosierung der in meinem anderen Blogbeitrag beschriebenen Aminosäuren für die Reduzierung der Schmerzempfindlichkeit reduzieren, sodass ich nun nicht so viele Aminosäuren einnehmen muss, um den gleichen Effekt zu erhalten.

Für mich war dieses Buch ein echter Glücksgriff und ich empfehle dieses Buch wirklich jedem, der vielleicht schonmal eine depressive Verstimmung erlebt hat oder mit Stress und Überforderung zu kämpfen hat. Oder aber auch allen, die jemanden kennen, die jemanden kennen. Ihr wisst schon: irgendwie kennt doch inzwischen jeder jemanden, der schonmal ein Thema mit Depression oder Burnout hatte.

Für mich war dieses Buch Augen öffnend.

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3 Gedanken zu „Was die Seele essen will – ein Buch von Julia Ross

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